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Bonn. 30.11.2009. Ende 1949 waren die Kriegsfolgen noch spürbar
und die Ernährung der Bevölkerung hatte oberste Priorität.
Sortenzüchtung, Saatgut-produktion und Saatguthandel hatten damals
existenzielle Bedeutung. Der Bundesverband der VO-Firmen gründete sich
vor 60 Jahren in Bremen. Anlässlich dieses Jubiläums fand am 30.
November in Fulda eine Festveranstaltung statt. Der BVO-Vorsitzende,
Horst Bremer, betonte in seiner Festrede, dass sich der Verband im Laufe
der Jahrzehnte zu einer wichtigen Interessenvertretung gegenüber
Ver-waltung, Politik und anderen Organisationen entwickelt habe.
Weiter hob
Bremer hervor, dass die VO-Firmen im Zusammenwirken mit den
Pflanzenzüchtern und den Saatgutvermehrern Anteil haben an den
herausragenden Leistungssteigerungen der deutschen Landwirtschaft in den
letzten sechs Jahr-zehnten. Sie trugen dazu bei, den züchterischen
Fortschritt in Form höherer Erträge, besserer Resistenzen, optimierter
Verarbeitungseignung und Qualität des Saatgutes zu verbreiten. „Damit
bilden sie die wichtige Basis für eine erfolgreiche deutsche
Landwirtschaft in einem globalen Markt“, so Bremer.
Inzwischen
haben sich auch die Anforderungen der Kunden verändert.
„Leistungs-orientierte Landwirte stellen immer größere Anforderungen an
neue Sorten in Bezug auf Ertrag, Resistenzen oder Klimabedingungen. Das
erfordert einen enormen Aufwand für neue Sorten. Andererseits stagnieren
die Einnahmen aus Lizenzen – etwa durch den rückläufigen Einsatz von
Z-Saatgut – bei gleichzeitigem Anstieg des Nachbaus. Dies geht zu Lasten
der Züchtung. Gelingt es nicht schnellstens, diesen Kreislauf zu
durchbrechen, sehe ich gravierende Folgen für die deutsche
Saatgutwirtschaft und unsere Mitgliedsfirmen“, warnte Bremer.
Die
BVO-Vertreter kündigten an, dass die Diskussion um die Nachbaugebühr
bzw. um ein geeignetes Nachbaumodell ergebnisorientiert mit den
Beteiligten weitergeführt werden soll. Seit der Kündigung der
Rahmenregelung Saat- und Pflanzgut im Juni 2008 wurden verschiedene
Modelle zur Nachbaugebühr diskutiert. „Das derzeit existierende
System, das durch die gesetzlichen Rahmen-bedingungen vorgegeben ist, ist
nicht nur ungerecht, sondern auch in weiten Teilen ineffektiv“, so
Bremer. Es führt zunehmend zu einer Aufkommensungerechtigkeit, da die
ZS-Käufer bzw. die Zahler von Nachbaugebühren den Züchtungsfortschritt
finanzieren, während sich andere dieser Pflicht entziehen. Die Politik
muss am Ende für gerechte und klare gesetzliche Rahmenbedingungen
sorgen.
Um ein
koordiniertes Vorgehen hinsichtlich der künftigen Getreidebeizung
abzu-stimmen, hat sich eine Arbeitsgemeinschaft unter Beteiligung des
BVO intensiv mit dem Thema befasst. Das von den Saatgutverbänden
erarbeitete neue Modell einer zertifizierten Getreidebeizstelle soll im
Winter mit den Behörden diskutiert werden. Wichtig ist dem BVO zum
Beispiel, dass praktikable Parameter gefunden werden, um die Minimierung
des Staubabriebs sicherzustellen.
Ziel der
gesamten Saatgutbranche ist es, kontinuierlich weiter an der bereits
sehr guten Qualität des erzeugten Z-Saatguts zu arbeiten. Der Einsatz
von hochwerti-gem Z-Saatgut ist die einzig sinnvolle Alternative für
eine sichere Kundenzufrie-denheit durch beste Sorten, Qualitäten und
Reinheit. Als erfolgreiche Kontrollmaß-nahme der Z-Saatgutqualität dient
das Audit, das jeder an dem Qualitätssiche-rungssystem ZS (QSS)
beteiligte Aufberei-tungsbetrieb durchlaufen muss. Inzwischen beteiligen
sich schon rund 850 Aufbereitungsbetriebe an QSS, rund 150 davon haben
bereits ein QSS-Audit durchlaufen. Bis Ende 2011 sollen alle Auf-bereiter
auditiert sein.
Die
Zukunft des BVO sahen die Verbandsvertreter trotz des Strukturwandels
optimistisch. „Die Saatgutwirtschaft wird künftig mehr denn je im
Spannungsfeld zwischen den Realitäten in den Märkten und den politischen
wie gesellschaftlichen Anforderungen stehen. Unsere Mitgliedsunternehmen
arbeiten daran, dass weiterhin moderne Sorten mit höchster
Leistungsfähigkeit auch unter Extrembe-dingungen verfügbar sind.“
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