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I n t e
r v i e w
„Brauchen
dringend Nachbaulösung“
Drei Fragen an
Horst Bremer,
Sprecher des
Bundesverbandes der VO-Firmen
für
Norddeutschland |
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Warum ist die
Nachbaugebühr aus Ihrer Sicht
unerlässlich? |
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Die
Zahlung der Nachbaugebühr basiert auf
einer gesetzlichen Grundlage zum Schutz
des geistigen Eigentums der
Sortenschutzinhaber und entlohnt die
züchterische Arbeit im Hinblick auf den
Ertrags- und Qualitätsfortschritt. Die
Refinanzierung der Züchtungsleistung
ist auch aus der Sicht des
Saatguthandels unbedingt erforderlich.
Ein faires Verhältnis zwischen Leistung
und Gegenleistung also, was mir in
vielen Gesprächen mit innovativen
Landwirten, die einen Teil ihrer Sorten
nachbauen, bestätigt wird. Die Zahlung
der Nachbaugebühr hilft somit der
Züchtung und der Landwirtschaft, indem
sie es ermöglicht, ein leistungsfähiges
Sortiment an Sorten aus der klassischen
Züchtung für die Zukunft
bereitzustellen. |
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Kann der Landwirt nicht
durch den eigenen Nachbau sparen? |
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Häufig
vergleicht der Landwirt den Z-Saatgutpreis mit
dem Preis der Konsumware. Kurzfristig mag der
Nachbau den Landwirten Saatgut zu einem
geringeren Preis bringen, es wird aber leider in
der Kalkulation nicht berücksichtigt, dass
Z-Saatgut ein professionelles Hightech-Produkt
ist, das mehrfach geprüft und amtlich
zertifiziert ist. Es erfüllt die gesetzlichen
Vorgaben hinsichtlich Keimfähigkeit, Gesundheit,
Fremdbesatz und Reinheit. Verwendet ein Landwirt
eigenes Erntegut zur Aussaat, geht er das Risiko
ein, krankheitsbelastetes Saatgut zu verwenden
und er trägt so unter Umständen zur Verbreitung
von Krankheitserregern bei. Langfristig leidet
durch kontinuierlichen Nachbau auch der
Ertragsfortschritt und damit die eigene
Wettbewerbsposition. Untersuchungen der
Humboldt-Universität zu Berlin belegen, dass die
Flächenertragszuwächse in Deutschland bei Weizen
in den Jahren zwischen 1980 bis 2007 drei Mal so
hoch waren wie in den USA. Dies dokumentiert die
Leistungsfähigkeit der deutschen
Pflanzenzüchtung und die Gewinne für die
Landwirte durch Züchtungsarbeit. |
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Welche Forderung haben
Sie an die Politik? |
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Nach
Schätzungen des BVO fehlen der Züchtung bei
derzeit 50 Prozent Nachbau in Deutschland
wichtige Einnahmen im Z-Saatgut-Lizenz-Bereich,
um die kosten-intensive Forschung und Züchtung
zu betreiben. Immer mehr Züchter steigen aus den
Zucht- Programmen aus, da es sich nicht mehr
rechnet. Der Züchtungsfort-schritt gerade bei
Selbstbefruchtern bleibt hinter dem bei Hybriden
zurück. Wir fordern deshalb dringend eine
umfassende Lösung. Dazu gehören staatliche
Anreize für verstärkte Investitionen in die
Pflanzenzüchtung, da sie für die
Zukunfts-fähigkeit der Landwirtschaft von großer
Bedeutung sind. Ebenso wünschen wir uns
Unterstützung Seitens der Politik wie auch der
betroffenen Wirtschaft – Landwirt-schaft, Handel
und Züchtung – bei der Umsetzung eines neuen
Nachbaumodells, an dem die Saatgutwirtschaft
derzeit arbeitet. Unsere Firmen stehen als
Saatgut-händler im Spannungsfeld zwischen
Vertragserfüllung gegenüber den Züchtern als
Partner in der Vermehrung, Produktion und
Vertrieb von Z-Saatgut und unseren Kunden, den
Landwirten. Die gesetzlichen Regelungen zur
Nachbau-lizenzerhebung und Auskunftspflicht der
nachbauenden Landwirte und der
Aufbereitungsbetriebe sind lückenhaft. Hier
sehen wir Nachbesserungsbedarf, um mehr
Rechtsfrieden, Rechtsklarheit, Transparenz,
Gerechtigkeit in der Gebühren-erhebung sowie
weniger Bürokratieaufwand für die Landwirte und
Aufbereiter zu erreichen. |
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30.04.2010 |
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Text des Interviews im
PDF-Format: |
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Titelübersicht |
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Übersicht Pressetitel |
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