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Getreidehandelstag 24./25. Juni 2008, Warberg

 

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Sponsoren

 

Der Getreidehandelstag 2008 wurde von den nachstehenden 4 Firmen unterstützt:

 
 

Programm

 
     

     

Begrüßung und Eröffnung
Peter Link
Bundeslehranstalt Burg Warberg e.V., Warberg
Bruno Fehse
Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V., Bonn

Aussichten des Getreidemarktes in der Schwarzmeerregion und Kasachstan (siehe unter Vorträge)
Perspectives of the grain markets in the Black Sea area and Kazakhstan
Dimitri Rylko
Moskauer Institut für Agrarwirtschaft, Moskau

Entwicklung der Deckungsbeiträge im Marktfruchtbau – Anbauentscheidungen der Landwirtschaft (siehe unter Vorträge)
Stephan Georg Lüders
LMS Landwirtschaftsberatung GmbH, Bad Doberan

Finanzierung und Besicherung im Getreidehandel (siehe unter Vorträge)
Jürgen Hohnholt,
Hans-Christian Hülsmann

Bremer Landesbank, Oldenburg

Die technische Analyse der Agrar- und Finanzmärkte – Kapitalanleger entdecken die Landwirtschaft
Johann Schmalhofer
Börsenbauer, Taimering

Zeugnisübergabe an die Teilnehmer des Lehrgangs „Getreidemanager“-Stipendienübergabe der Erwin-Fromme Stiftung des Agrarhandels

Schnelltest für Mykotoxine – was gibt es neues?
Jörg P. Euler
Aokin AG, Berlin

Podiumsdiskussion – Der Getreidemarkt vor der Ernte 2008 aus Sicht:
• des Erfassungshandels
  Herbert Gutscher,
  Getreide-Gutscher GmbH & Co KG Sieghartskirchen, Österreich
  Christian Poppenborg,
  Agravis Raiffeisen AG, Hannover
• der Futtermittelwirtschaft
  Helmut Wulf,
  Deutsche Tiernahrung Cremer GmbH & Co. KG, Düsseldorf
• der Mühlenwirtschaft
  Joachim Kuhlmann, Hedwigsburger Okermühle GmbH, Hedwigsburg
• des internationalen Agrarhandels
  Frank Gagel,
  Schouten Ceralco, Rotterdam, Niederlande
 

Vorträge (Präsentationen)

 
Aussichten des Getreidemarktes in der Schwarzmeerregion und Kasachstan
Dimitri Rylko, Moskauer Institut für Agrarwirtschaft, Moskau

   

Entwicklung der Deckungsbeiträge im Marktfruchtbau – Anbauentscheidungen der Landwirtschaft
Stephan Georg Lüders, LMS Landwirtschaftsberatung GmbH, Bad Doberan

   
Finanzierung und Besicherung im Getreidehandel
Jürgen Hohnholt, Hans-Christian Hülsmann, Bremer Landesbank, Oldenburg

   
"international markets"
Frank Gagel, Grain department, SCHOUTEN-CERALCO

   

Tagungsergebnis

Erfolgreicher Getreidehandelstag am 24. - 25. Juni 2008 auf Burg Warberg

Der Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V. (BVA) veranstaltete traditionell zusammen mit der Bundeslehranstalt Burg Warberg, dem Deutschen Verband Tiernahrung (DVT) und dem Verband Deutscher Mühlen (VDM) den Getreidehandelstag in Warberg. BVA-Präsident Bruno Fehse begrüßte rund 120 Teilnehmer aus den Bereichen Landhandel, Mühlen, Futtermittelindustrie/- handel und Verwaltung und betonte die Bedeutung eines solchen Treffens kurz vor der Ernte für die Branche. Für die Entwicklung der Getreidepreise in Deutschland und in der EU wird neben dem ausreichenden Mengenangebot vor allem das Exportgeschäft besondere Bedeutung besitzen, nachdem der schwache Dollar sowie die aggressive Konkurrenz aus den USA und der Schwarzmeerregion den EU-Exporteuren im laufenden Wirtschaftsjahr nur wenig Spielraum eröffnet hatten, so Fehse weiterhin. Neben der Notwendigkeit ausreichender Exporte hängt der Preisverlauf bei Getreide und Ölsaaten auch davon ab, welche Ernten hier in Deutschland aber auch in anderen Hauptanbauländern in Menge und Qualität tatsächlich vom Feld kommen. „Ich habe Verständnis dafür, dass die Landwirte mit uns Handel über neue Vermarktungsmodelle sprechen möchten. Teilverkäufe über das gesamte Wirtschaftsjahr sind da sicherlich eine geeignete Option“, so Fehse. Er wies aber auch darauf hin, dass die Landwirtschaft und der Erfassungshandel auch eine Pflicht zur Marktversorgung haben. Es ist sicherlich die Entscheidung jedes einzelnen Unternehmers, den für ihn geeigneten Verkaufszeitpunkt festzulegen. Dabei immer auf steigende Preise zu setzen, ist keine gute Strategie.

Dimitri Rylko, Leiter des Moskauer Instituts für Agrarwirtschaft, erläuterte in seinem Vortrag, dass aus der Schwarzmeerregion in diesem Jahr voraussichtlich wieder mehr als 30 Mio. t Getreide exportiert werden. Insgesamt bezifferte der russische Experte den möglichen zur Verfügung stehenden Exportüberschuss der Region an Getreide im Getreidewirtschaftsjahr 2008/09 auf rund 38,8 Mio. t. Dies würde einem Plus um 11,3 Mio. t im Vergleich zu 2007/08 entsprechen. Dazu würde demnach vor allem die Ukraine beitragen, deren Exportüberschuss laut Rylko um 10,3 Mio. t auf 15 Mio. t anwächst. Für Russland nannte er einen Zuwachs um 2,2 Mio. t auf 15,5 Mio. t, während in Kasachstan der Exportüberschuss um 1,2 Mio. t auf 8,3 Mio. t zurückgehen dürfte. Bei Weizen ist nach seinen Worten ein Anstieg des Überschusses um 5,9 Mio. t auf 28 Mio. t zu erwarten. Auch in diesem Segment legt insbesondere die Ukraine um 5,3 Mio. t auf 7 Mio. t zu.

Angesichts dieser prognostizierten Mengen, die für den Export aus der Schwarzmeerregion bereitstehen, rechnen die hiesigen Händler mit aggressiven Angeboten. Dies wird den EU-Exporteuren im laufenden Wirtschaftsjahr nur sehr geringe Möglichkeiten eröffnen, befürchten sie. Beim Preis wird man mit den Angeboten aus der Schwarzmeerregion nicht mithalten können, hieß es im Rahmen der Podiumsdiskussion in Warberg. Wenn der EU-Getreidemarkt sich so entwickelt wie bisher absehbar, wird es aber zu Überhängen kommen, die sich negativ auf den Preis auswirken werden. Es wird immer deutlicher, dass in diesem Jahr mit einer guten EU-Getreideernte zu rechnen ist, die voraussichtlich ein Plus von 26 Mio. bis 35 Mio. t gegenüber dem Vorjahr aufweist. Dennoch herrscht Unsicherheit über das Preisniveau in der Ernte, denn die Erzeuger werden nach Ansicht der Händler voraussichtlich zunächst wenig Ware abgeben wollen, in der Hoffnung auf weiter steigende Notierungen. Bei einem solchen Vorgehen müssten die Landwirte darauf gefasst sein, dass der bestehende Bedarf möglicherweise durch andere Herkünfte gedeckt werden könnte, warnten zahlreiche Handelsexperten.

 
 

 

 

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