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Ölsaatenhandelstag 27./28. September 2011, Burg Warberg

 

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Programm

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Begrüßung
Peter Link
Bundeslehranstalt Burg Warberg e.V., Warberg

Spekulation an den Agrarmärkten – Position der Politik
Dr. Theodor Seegers
BMELV, Berlin

Ohne funktionierende Börse geht es nicht! Bedeutung der Börse für einen Händler
Ludwig Striewe
Alfred C. Toepfer International GmbH, Hamburg

Märkte sind Psychologie – wie groß ist der Einfluss der Spekulanten tatsächlich?
Quo vadis Ölsaatenmärkte 2011

Thomas Mielke
OilWorld ISTA Mielke GmbH, Hamburg

Podiumsdiskussion: Warenterminbörsen – wieviel Kontrolle ist notwendig?
Diskussionspartner:
Dr. Theodor Seegers
BMELV, Berlin
Dr. Volker Petersen
Deutscher Raiffeisenverband, Berlin
Dr. Peter Pascher
Deutscher Bauernverband, Berlin
Joachim Kuhlmann
Hedwigsburger Okermühle GmbH, Hedwigsburg
Heinz-Jürgen Kiefer
H. J. Kiefer GmbH, Bad Munster
Benjamin Luig
Misereor Katholisches Hilfswerk, Aachen
Ludwig Striewe
Alfred C. Toepfer International GmbH, Hamburg
Thomas Mielke
OilWorld ISTA Mielke GmbH, Hamburg
Moderation: Bernd Kleeschulte
Vorsitzender des Ölsaatenausschusses,
Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft, Bonn

Deutschland? Welche politischen Veränderungen sind zu erwarten?
Dr. Ernst-Oliver von Ledebur
Johann Heinrich von Thünen-Institut, Braunschweig

Was kommt auf die Ölsaatenbanche zu?
Dr. Norbert Heim
UFOP, Berlin

Aktuelle Themen im Ölsaatenausschuss: Märkte, Qualitäten, Nachhaltigkeitsverordnung und Risikomanagement
Bernd Kleeschulte
Vorsitzender des Ölsaatenausschusses,
Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft, Bonn

Podiumsdiskussion: Märkte – was geht – und wohin?
Franz Peter Zimmermann
Almos Alfons Mosel Handels GmbH, Brühl
Heinz Schmelzer
Brökelmann & Co Ölmühle, Hamm
Bernd Kleeschulte
Vorsitzender des Ölsaatenausschusses,
Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft, Bonn
Günter Hell
BDOEL, St. Wendeler Ölsaaten, St. Wendel
Moderation: Heinz-Jürgen Kiefer
H. J. Kiefer GmbH, Bad Munster

 

Vorträge (Präsentationen)

 
Ohne funktionierende Börse geht es nicht!
Bedeutung der Börse für einen Händler

Ludwig Striewe, Alfred C. Toepfer International GmbH, Hamburg
Vortrag im PDF-Format
   
Märkte sind Psychologie – wie groß ist der Einfluss der Spekulanten tatsächlich?  Quo vadis Ölsaatenmärkte 2011
Thomas Mielke, OilWorld ISTA Mielke GmbH, Hamburg
Vortrag im PDF-Format
   
Welche Chancen hat die Ölsaatenbranche in Deutschland?
Welche politischen Veränderungen sind zu erwarten?
Dr. Martin Banse, Johann Heinrich von Thünen-Institut, Braunschweig
Vortrag im PDF-Format
   
iluc – Indirekte Landnutzungsänderung
Was kommt auf die Ölsaatnbranche zu?

Dr. Norbert Heim,
UFOP, Berlin
Vortrag im PDF-Format
   

Fotoimpressionen

 
     
 

Tagungsergebnis

 
6. Ölsaatenhandelstag:
Warenterminbörsen ein unverzichtbares Sicherungsinstrument

Text im PDF-Format

 

Schwerpunktthema des Ölsaatenhandelstages diese Woche auf Burg Warberg war die derzeitige Diskussion um mögliche politische Eingriffe und Regulierungen an Waren-terminbörsen (WTB). Bernd Kleeschulte, Vorsitzender des Ölsaaten-Ausschusses des BVA wies vor ca. 70 teilnehmenden Vertretern des deutschen und internationalen Agrarhandels sowie hochrangigen Vertretern des Bundes-landwirtschaftsministeriums (BMELV) auf die Bedeutung der WTB hin. „Insbesondere die Euronext hat eine zentrale Bedeutung zur Preisfindung und Kalkulation. Erfasser und Verarbeiter schließen Kontrakte an den Börsen zur Absicherung von Warengeschäften gegen Preisschwankungen nachfolgender Monate und gewährleisten so eine verlässliche Preisgestaltung bis zum Lebensmitteleinzelhandel“, so Kleeschulte.

 

Kleeschulte forderte die politischen Vertreter auf, wenn überhaupt, nur maßvoll in Positionsgrößen oder Preislimits einzugreifen: „Die finanzierenden Banken berück-sichtigen, dass unsere Warenbe-stände an den Börsen handelbar sind. Dies erhöht den Sicherungswert und bringt Pluspunkte beim Rating“. Hintergrund der Diskussion waren Ankündigungen Frankreichs im Rahmen der G20- Präsidentschaft, Schwankungen an Rohstoffmärken entgegenzuwirken. Übereinstimmend erklärten die Podiumsteilnehmer, dass die hohen Preise und die hohe Volatilität an den Weltagrarmärkten vor allem fundamentalen Faktoren geschuldet sind. Die Warenterminbörsen müssen die Preise des physischen Marktes reflektieren. Ausreißer und kurzfristige Übertreibungen seien dabei an Börsen bisweilen üblich, aber werden durch Andienungsmöglichkeiten zeitnah aus-geglichen. Mittelfristig dürfte mit stabilen Agrarpreisen zu rechnen sein, da der Anbau mit dem Verbrauch kaum Schritt halten kann und globale Bestände knapp sind. Dennoch ist Schaffung von größerer Transparenz über die Marktakteure wichtig. Eine Regulierung der Börsen und der OTC-Geschäfte sollte aber immer auch unter Kosten-/Nutzenerwägungen erfolgen und nicht zu komplex und zu teuer werden. Ansonsten würden vor allem mittelständische Akteure getroffen mit weitreichenden Effekten für die Struktur der Agrarwirtschaft.

 

Dr. Theodor Seegers, Abteilungsleiter beim BMELV, bestätigte die Aussage, dass die Funktions-fähigkeit der Finanzmärkte zur Risikoabsicherung gegeben sein muss. Im Zuge fortgesetzter Liberalisierung der Agrarmärkte müssen Preisrisiken im Agrarbereich immer stärker an Finanzmärkten abgesichert werden. Er wies jedoch auch deutlich darauf hin, dass ein Missbrauch zu verhindern ist. „Bei Agrarrohstoffen und Lebensmitteln handelt es sich aber um unmittelbar lebensnotwendige Produkte. Die schrecklichen Bilder mit Hungersnöten in den ärmsten Ländern der Welt führen uns das immer wieder vor Augen“, so Dr. Seegers. Die Finanzkrise 2008 hat gezeigt, welche Gefahren von ungenügend regulierten Finanz-märkten ausgehen und sie hat die Öffentlichkeit für das Thema „Spekulationen mit Lebensmitteln“ sensibilisiert. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre gibt es hierzu erste Ansätze, die Aufsicht auch hinsichtlich des Handels mit Agrar-rohstoffen zu verbessern, einschließlich der Transparenz auf den Derivatemärkten. Die USA haben bereits letztes Jahr den umfangreichen Dodd-Frank-Act verabschiedet, der derzeit umgesetzt wird. Auf euro-päischer Ebene werden die entsprechenden Über-arbeitungen und Entwürfe zur Finanz-marktregulierung (Finanzmarktrichtlinie MiFID, Marktmissbrauchsrichtlinie MAD) im Oktober 2011 erwartet. Hier werden Vorschläge für den an Börsen geregelten Agrarterminhandel erwartet. Die Vorschläge der EU für den bislang wenig transparenten Over-the-Counter-Handel (OTC) liegen bereits seit Oktober 2010 auf dem Tisch und werden in Brüssel beraten. Hier geht es unter anderem darum, durch eine Meldepflicht für OTC-Derivate an Trans-aktionsregister mehr Transparenz zu schaffen und durch die Verpflichtung, Verträge über eine zentrale Gegenpartei abzuwickeln, Ausfallrisiken zu minimieren.

 

Auch Sicht des BMELV ist Transparenz eine wesentliche Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit von Märkten für Agrarrohstoffe und Agrarrohstoffderivate. Diese Transparenz ist auch für die Finanzaufsicht erforderlich. Erst wenn das gewährleistet ist, haben die Experten eine Bewertungsgrundlage, um ungewöhnliche Marktverläufe zu beurteilen und gegebenen-falls regulierend einzugreifen. Mehr Transparenz ist auf jeden Fall erforderlich, um einen Überblick über die am Markt Beteiligten zu haben und bei Bedarf als Frühwarnsystem zu fungieren. Wichtig ist nach Ansicht des BMELV auch, den nicht geregelten OTC-Bereich für Agrarderivate mehr zu erhellen. Die Einführung von Melde-pflichten für Agrarderivatekontrakte, die außerhalb von Börsen oder zentralen Clearing-stellen geschlossen werden, ist deshalb zu begrüßen.

 

Des Weiteren stand auf dem Ölsaatenhandelstag auch die Verabschiedung von Dr. Norbert Heim als Geschäftsführer des Mitveranstalters, der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. an. Dr. Heim tritt zum Ende des Jahres in den Ruhestand. Kleeschulte dankte Dr. Heim für die gute Zusammenarbeit sowie sein hohes Engagement für die Branche und überreichte ihm als ein Zeichen des Dankes ein Präsent.

 

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