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10. Saatguthandelstag 14./15. Mai 2008, Warberg

 

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Sponsoren

 

Der Saatguthandelstag 2008 wurde von den nachstehenden 5 Firmen unterstützt:

 
 
 

Programm

| Flyer |

 

Begrüßung und Eröffnung der Tagung
Vorsitzender des Bundesverbandes der VO-Firmen e.V. (BVO), Bonn

Neuerungen im Anerkennungswesen - Erfahrungen mit der privaten Feldanerkennung (siehe unter Vorträge)
Thomas Blumtritt,
KWS Lochow GmbH, Bergen

Virtuelle zentrale Anerkennungsstelle - Wo stehen wir ? (siehe unter Vorträge)
Norbert Näther,
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Anerkennungsstellen, Hannover
Dr. Gunter Aßmann,
Saatgutanerkennungsstelle an der Landesanstalt für Landwirtschaft, Halle

Saatgut-basierte Mykotoxin- Vermeidungsstrategien aus Sicht der Wissenschaft
Prof. Dr. Heinz W. Dehne,
Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz, Universität Bonn

Saatgutwirtschaft in den neuen EU-Mitgliedsstaaten Rumänien/Bulgarien
Dethmer Schuitema,
Saaten-Union, Hannover

Schonende Trocknung durch Gutstromteilung
Franz Wiesmeier,
Schmidt-Seeger GmbH, Beilngries

Empfang der Aussteller - Kommunikationspause

Gentechnisch veränderte Pflanzen – Was geht – Wer profitiert? Grüne Biotechnologie aus industrieller Sicht (siehe unter Vorträge)
Dr. Michael Metzlaff,
Bayer CropScience - Innovationszentrum Gent

Wer profitiert von GVO? (siehe unter Vorträge)
Prof. Dr. Matin Qaim,
Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung, Georg-August- Universität, Göttingen

GVO aus Sicht der Pflanzenzüchter (siehe unter Vorträge)
K. Mönch,
Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V., Bonn

Moderation: Horst Bremer, Bundesverband der VO-Firmen e.V. (BVO), Bonn

Branchentreff Spanferkel und allerlei Gauklerei im Burg-Innenhof

Mögliche Einflüsse von Beizmitteln auf die Pflanzenphysiologie und das Verhalten von Virusvektoren (siehe unter Vorträge)
Dr. Susanne Kretschmann,
Bayer CropScience Deutschland GmbH, Langenfeld

Steigerung der Wertschöpfung durch innovative Beizstrategien
Matthias Bauer,
BASF AG, Limburgerhof

Syngenta Global Seed Care Institute – Forschung für den Service am Saatgut (siehe unter Vorträge)
Albert Mollen,
Syngenta Agro GmbH, Maintal

Der Markt für Feldsaaten 2008 (siehe unter Vorträge)
Hans-Peter Ruopp,
Beiselen GmbH, Ulm

Veränderte Märkte - Auswirkungen auf die Saatgetreidebranche
Hermann Menth,
ZMP Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle, Bonn

Diskussion und Schlusswort

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Vorträge (Präsentationen)

 
Neuerungen im Anerkennungswesen - Erfahrungen mit der privaten Feldanerkennung
Thomas Blumtritt, KWS Lochow GmbH, Bergen
   
Virtuelle zentrale Anerkennungsstelle - Wo stehen wir ?
Norbert Näther, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Anerkennungsstellen, Hannover
Dr. Gunter Aßmann, Saatgutanerkennungsstelle an der Landesanstalt für Landwirtschaft, Halle
   
Gentechnisch veränderte Pflanzen – Was geht – Wer profitiert? Grüne Biotechnologie aus industrieller Sicht
Dr. Michael Metzlaff, Bayer CropScience - Innovationszentrum Gent
   
Wer profitiert von GVO?
Prof. Dr. Matin Qaim, Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung, Georg-August- Universität, Göttingen
   
GVO aus Sicht der Pflanzenzüchter
K. Mönch, Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V., Bonn
   
Mögliche Einflüsse von Beizmitteln auf die Pflanzenphysiologie und das Verhalten von Virusvektoren
Dr. Susanne Kretschmann, Bayer CropScience Deutschland GmbH, Langenfeld
   
Syngenta Global Seed Care Institute – Forschung für den Service am Saatgut
Albert Mollen, Syngenta Agro GmbH, Maintal
   
Der Markt für Feldsaaten 2008
Hans-Peter Ruopp, Beiselen GmbH, Ulm
   
Veränderte Märkte - Auswirkungen auf die Saatgetreidebranche
Hermann Menth, ZMP Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle, Bonn
   

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Fotoimpressionen

 
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Tagungsergebnis

 

Erfolgreicher 10. Saatguthandelstag am 14./15. Mai 2008 in Warberg

Der Bundesverband der VO-Firmen e.V. (BVO) hat in Zusammenarbeit mit der Bundeslehranstalt Burg Warberg am 14. und 15. Mai 2008 den zehnten Saatguthandelstag veranstaltet. Mit rund 130 Teilnehmern aus der Saatgutbranche und des Getreidehandels hat sich der Saatguthandelstag auch in diesem Jahr wieder als „der“ Saatgutbranchentreff behauptet und es konnten zukunftsrelevante Themen besprochen werden.

Herr Blumtritt, KWS Lochow GmbH, Bergen, erläuterte einführend die Erfahrungen seines Hauses mit der privaten Feldanerkennung und Beschaffenheitsprüfung. Die Gründe für das KWS Engagement in diesem Bereich liegen in der Herausforderung, so schnell wie möglich und so viel Züchtungsfortschritt wie möglich in Form von Qualitätssaatgut an die Landwirte liefern zu können. Hierbei sollen der Züchtungsinput und die administrativen Kosten in einem angemessenen Verhältnis stehen und das Saatgut nicht durch ansteigende Anerkennungsgebühren belastet werden. Hierfür hat KWS Lochow zusammen mit den VO-Firmen ein Team privater Feldbesichtiger geschult und die KWL-Laborkapazität ausgebaut, so Blumtritt. Sein Haus will ab 2009 alleinverantwortlich die private Feldbesichtigung für KWL-Vermehrungen durchführen und die Proben im KWL-Labor auf ihre Beschaffenheit untersuchen. Anschließend stellte Herr Näther, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Anerkennungsstellen, die Weiterentwicklung der SAPRO-KAPRO zu einem web-basierten Datenbanksystem dar. Zielrichtung ist die Schaffung einer „virtuellen Anerkennungsstelle“ zur Vereinheitlichung und Vereinfachung des Anerkennungsverfahrens in Deutschland. Es soll in Zukunft einheitliche Formulare und Datenformate, eine bundeseinheitliche Anerkennungsnummer, eindeutige Schlüsselnummern für Züchter, VO-Firmen, Aufbereiter und Vermehrer sowie eine vereinheitlichte Gebührenordnung geben. Auf diese virtuelle Datenbank können dann neben den Behörden auch die Züchter und VO-Firmen direkt zugreifen und die Anmeldung zur Anerkennung „online“ durchführen. Ein Teileinstieg in dieses neue System soll bereits im Herbst 2008 erfolgen.

Im Mittelpunkt stand in diesem Jahre die Diskussion über gentechnisch veränderte Pflanzen – ihr Nutzen und ihre Folgen. „Das Potenzial der Grünen Gentechnik ist deutlich größer als das, was bisher realisiert wurde“, so das Resümee von Prof. Dr. Matin Qaim, Georg-August- Universität, Göttingen. Qaim führte aus, dass 2007 weltweit 114 Mio. Hektar mit GV-Pflanzen angebaut wurden, davon mehr als ein Drittel in Entwicklungsländern. Die weiteste Verbreitung haben bisher insektenresistente Bt-Baumwolle und herbizidtolerante Sojabohnen gefunden. Studien zu den Auswirkungen von Bt-Baumwolle, resistent gegen den Baumwoll-Kapselbohrer, in verschiedenen Entwicklungsländern bestätigten, dass die Bauern mit GVO-Anbau deutlich von Einsparungen im Insektizideinsatz und von Steigerungen des effektiven Ertrags durch Verringerung von Schädlingsverlusten profitieren würden. „Trotz teureren Saatguts schlägt sich dies in erheblich höheren Gewinnen nieder“, rechnete Qaim vor: Indiens Kleinbauern reduzierten nach einer Umfrage ihren Insektizid-Einsatz um 42 % bei gleichzeitiger Ertragssteigerung um 34 %. „Unterm Strich stieg der Gewinn pro Hektar um 143 US-Dollar“, so Qaim. Für die VR China errechnete Qaim zusätzliche Erlöse von bis zu 370 US-Dollar pro Hektar. „Da der geistige Eigentumsschutz in Entwicklungsländern in der Regel schwach ist, sind die Profite für die Technologie vermarktenden Konzerne daher eher gering, und die Bauern sind die Hauptnutznießer.“ Dass ein stärkerer Schutz geistiger Eigentumsrechte zur Ausbeutung führen würde, sei allerdings nicht zu erwarten. Dennoch könnte dies den Technologiezugang für Kleinbauern erschweren. Am Beispiel des GV-Sojaanbaus in den USA zeigte Qaim auf, dass die Wohlfahrtseffekte den Konzernen etwa zu 60 % zugute kommen, den Landwirten zu 20 % und den Verbrauchern zu 20 %. Der Grund liegt darin, dass Patentrechtsverletzungen in den USA mit hohen Strafen belegt sind. In Argentinien hingegen sieht die Nutzenverteilung durch den GVEinsatz anders aus: Konzerne 9 %, Bauern 90 %, Verbraucher 1 %. „Hier gibt es kein Patentrecht, wodurch die Konzerne sonst deutlich profitieren würden. Verbraucher haben ebenfalls kaum Vorteile, weil der Löwenanteil an GV-Soja in den Export fließt“, begründete Qaim. Der Einsatz herbizidtoleranter Sojabohnen sei anders als bei GV-Baumwolle allerdings nicht mit einer Reduktion der Pestizidmenge verbunden. Zwar sänken die Kosten für den Herbizideinsatz BVA-Info 21_08 3 allgemein, die Aufwandmenge für preiswerte Glyphosat-Produkte hingegen habe sich gleichzeitig auf 5,6 l/ha mehr als verdoppelt. Ob die Herbizidtoleranz sich damit auch für ressourcenschwache Kleinbauern eigne, sei bisher noch unklar. Der Vergleich der beiden Beispiele mache deutlich, dass über die Auswirkungen von GV Pflanzen in Entwicklungsländern nicht pauschal geurteilt werden könne. Nicht jede Einzeltechnologie eigne sich an jedem Standort. Als Teil einer breiteren Strategie könne sie aber durchaus zur positiven wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung beitragen.

Diesen Standpunkt unterstützte Michael Metzlaff, Bayer BioScience, Gent. Bei einer wachsenden Weltbevölkerung gebe es keine Reserve an Anbaufläche. Daher müsse jede Möglichkeit genutzt werden, um das Energiespeichervermögen von Pflanzen zu nutzen. Das gelte sowohl für Nahrungspflanzen als auch für die Energieversorgung der Weltbevölkerung. Frau Kerstin Mönch, Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP), Bonn, wies darauf hin, dass das Potenzial des GV-Anbaus in Deutschland und Europa vor allem auf Grund der herrschenden politischen Rahmenbedingungen nicht ausgeschöpft werde. Sie ist davon überzeugt, dass der Anbau in Deutschland trotz restriktiver Bedingungen weiterhin stattfinden wird. Denn die GVO-anbauenden Landwirte „sind mit den Ergebnissen des GV-Anbaus zufrieden“. Im Gegenteil wollen sie die Vorteile der Technologie im globalen Wettbewerb zunehmend nutzen, so Mönch, denn immerhin verschärfen sich durch den wachsenden Anbau weltweit die Marktbedingungen auch in Europa und Deutschland weiter. Sie forderte in diesem Zusammenhang endlich einen nationalen und EU-weiten Toleranzwert für Saatgut. Der BDP sieht die Grüne Gentechnik als eine hochmoderne Methode in der Pflanzenzüchtung, die die Vielzahl der klassischen Züchtungsmethoden ergänzt, aber nicht ersetzt. Sie biete dort Lösungsansätze, wo der klassischen Züchtung Grenzen gesetzt würden und biete Potenziale, zukünftigen Herausforderungen besser begegnen zu können.

Hans-Joachim von Klitzing, Geschäftsführer der Öko-Korn Nord, Betzendorf, sieht durch einen möglichen Anbau von GV-Pflanzen eine Bedrohung mittelständische Züchter und des Handels vor allem wegen des vollständigen Bestimmungsrechts der Patentinhaber. „Sie haben das vollständige Bestimmungsrecht über Anbau, Erntegut und Nachkommen der GV-Pflanzen. Landhandel und klassische Züchter werden so zukünftig von wenigen Konzernen abhängig sein“, befürchtet er. Eine Koexistenz von Landwirtschaft, die GV-Pflanzen einsetzt, und GV-Pflanzenfreier Landwirtschaft sei nicht möglich, so von Klitzing weiter. Er sieht für den Fall, dass in Europa kommerziell GV-Pflanzen angebaut werden, eine ständige Diskussion über Grenzwerte, die immer weiter nach oben gesetzt werden, auf die Öko-Branche zukommen. Er bewertete die Gentechnikfreiheit der europäischen Landwirtschaft als Konkurrenzvorteil, insbesondere beim Export nach Japan, da dort sehr sensibel mit diesem Thema umgegangen wird.

Am zweiten Tag wurde insbesondere über den Feldsaatenmarkt diskutiert und festgestellt, dass Saatgut für Feldsaaten in dieser Saison nur unzureichend zur Verfügung steht. An der schwierigen Versorgungslage wird sich auch zum Anbau 2009 nichts ändern, prognostizierte Hans-Peter Ruopp, Beiselen GmbH, Ulm. Aufgrund der hohen Weizenpreise seien viele Flächen aus der Vermehrung genommen worden. Daher werde die Nachfrage nach Saatgut für Zwischenfrüchte, Futtergräser, Kleesaaten und kleinkörnige Leguminosen auch im kommenden Jahr nicht vollständig befriedigt werden können. Die Preise für alle Feldsaaten sind aufgrund der Knappheit im Laufe des vorigen Jahres enorm angestiegen. Abschließend gab Herr Menth, ZMP Bonn, interessante und anschauliche Einblicke in die Entwicklung der Getreidemärkte und die Auswirkungen auf die Saatgutgetreidebranche. Er stellte die Veränderung im Anbau der Getreidearten, ihre „Lebensdauer“ auf dem Markt, die Entwicklung der Vermehrungsflächen, den Konzentrationsprozess in der Saatgutwirtschaft sowie der Landwirtschaft dar und formulierte Anforderungen an die Wirtschaft.

Der Saatguthandelstag wurde von einer Reihe von Ausstellern begleitet, die den Teilnehmern in den Pausen für Gespräche zur Verfügung standen und praktische Lösungsvorschläge für diverse Fragestellungen, die die Branche derzeit bewegen, angeboten haben. Wir möchten bereits jetzt auf den nächsten BVO-Saatguthandelstag hinweisen, der am 12. und 13. Mai 2009 auf Burg Warberg stattfindet. Die Vorträge der Referenten können in der Verbandsgeschäftsstelle angefordert werden.

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