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Begrüßung und Eröffnung
Karlheinz Lichtschläger
Vorsitzender des Bundesverbandes
der VO-Firmen e. V. (BVO), Bonn
Volatile Märkte –
Auswirkungen auf den Konsum- und
Getreidesaatgutmarkt (siehe
unter Vorträge)
Jörg Hartmann
S.G.L. GmbH
Saaten-Getreide-Landhandel,
Erftstadt
Grüne Gentechnik –
Spannungsfelder in der Politik?
(siehe
unter Vorträge)
Kerstin Mönch
Bundesverband Deutscher
Pflanzenzüchter e.V. (BDP), Bonn
Möglichkeiten der
DNA-Analytik zur sicheren und
reproduzierbaren Bestimmung von
GVO in Saatgut vor dem
Hintergrund von Schwellenwerten
(siehe
unter Vorträge)
Ulf Rathjens
Eurofins GeneScan GmbH, Hamburg
Züchtungsfortschritt und
Sortenvielfalt – Ist eine
effiziente Vermarktung und
Saatgutproduktion unter diesen
Voraussetzungen möglich? (siehe
unter Vorträge)
Dirk Rentel
Bundessortenamt, Hannover
Dr. Andreas Jacobi
W. von Borries-Eckendorf GmbH &
Co. KG, Leopoldshöhe
Franz Beutl
I.G. Pflanzenzucht, München
Der Markt für Feldsaaten 2009
(siehe
unter Vorträge)
Hans-Peter Ruopp
Beiselen GmbH, Ulm
Seeds and Science, Neues aus
der Züchtung
Holger Lürmann und
Reinhold Peters
DLF-TRIFOLIUM Deutschland GmbH,
Hannover
MS Mantelsaat für
landwirtschaftliche Nutzung
Dr. Jürgen Bestajovsky
Feldsaaten Freudenberger GmbH &
Co. KG, Krefeld
Seed Solutions –
Verbundtechnologie für optimalen
Saatschutz (siehe
unter Vorträge)
Matthias Bauer
BASF SE, Limburgerhof
Verantwortungsvoller Umgang
mit Beizmitteln von der Beizung
bis zur Aussaat
Dr. Susanne Kretschmann
Bayer CropScience Deutschland
GmbH, Langenfeld
Sicherheitsaspekte bei der
Saatgutbehandlung
Dr. Torsten Block
Syngenta Agro GmbH, Maintal
Neue Anforderungen an die
Saatgutbeize (siehe
unter Vorträge)
Prof. Dr. Peter Zwerger
Julius-Kühnen-Institut,
Braunschweig
Quo Vadis Saatgutbeize? (siehe
unter Vorträge)
Dr. Hubert Sperfeld
SW Seed Hadmersleben GmbH,
Hadmersleben
Albert Mollen
Syngenta Agro GmbH, Maintal
Horst Bremer
Altmarksaaten Stendal GmbH,
Stendal |
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Am 12. und 13. Mai 2009 fand auf
Burg Warberg der traditionelle
Saatguthandelstag statt. Der
Treffpunkt der Saatgutbranche
war auch in diesem Jahr mit 140
Teilnehmern wieder gut besucht.
Veranstalter waren der
Bundesverband der VO-Firmen e.V.
(BVO) und die Bundeslehranstalt
Burg Warberg.
Der BVO-Vorsitzende,
Karlheinz Lichtschläger,
zeigte in seiner Eröffnungsrede
anschaulich auf, vor welchen
Herausforderungen die
Saatgutbranche aktuell steht:
Die Volatilität der Märkte und
ihre Auswirkungen auf den
Konsum- und
Getreidesaatgutmarkt, Fragen im
Bereich Gentechnik und die
Auswirkungen des Anbauverbots
für MON810, Gewährleistung des
Züchtungsfortschritts und Erhalt
der Sortenvielfalt bei sich
verändernden Rahmenbedingungen
und neuen Anforderungen an das
Saatgut sowie die politisch
relevanten Fragen rund um das
Thema der Saatgutbeizung.
Ein Schwerpunktthema des
Saatguthandelstages war die
Frage, ob angesichts der
Forderungen nach
Züchtungsfortschritt und
Sortenvielfalt noch eine
effiziente Vermarktung und
Saatgutproduktion möglich sind.
Die große Anzahl an zugelassenen
Getreidesorten und die jedes
Jahr zur Zulassung angemeldeten
Sorten zeigen, welcher
Zuchtfortschritt noch immer
erzielt wird. Denn nur Sorten,
die eine Verbesserung gegenüber
existierenden Sorten aufweisen,
werden zugelassen, erklärte
Dirk Rentel vom
Bundessortenamt während des
Saatguthandelstages. Die
vielfältigen unterschiedlichen
Anbaubedingungen innerhalb
Deutschlands machten auch die
Vielfalt notwendig, betonte
er. Anschaulich verdeutlichte
Rentel auch, wie hart das
Ausleseverfahren für die
Zulassung einer neuen Sorte ist.
So werden seinen Angaben zufolge
von 100 in der Wertprüfung
befindlichen Weizensorten nach
drei Prüfjahren nur 10 Sorten
zugelassen und eine Empfehlung
erhalten etwas 5 Sorten. Für
Arten mit einer nur geringen
Bedeutung und einer kleinen
Anbaufläche fürchtet er
allerdings einen Teufelskreis –
so lasse sich schon heute die
Züchtung z.B. für Hafer oder
Leguminosen aus dem geringen
Saatgutverkauf nicht
finanzieren. Zu geringe
Verkaufserlöse minimieren
wiederum den
Züchtungsfortschritt – was
seinerseits den Anbau weniger
attraktiv mache, so Rentel.
Dr. Andreas Jacobi, W. von
Borries-Eckendorf GmbH & Co. KG,
machte in seinem Vortrag klar,
dass Sortenvielfalt die
Voraussetzung für
Züchtungsfortschritt ist. Nur
durch ein breites Sortenspektrum
könne eine optimale regionale
Differenzierung und eine
regionenangepasste
Anbauempfehlung erarbeitet
werden. Er betonte, dass
zukünftig die Interaktion
zwischen Sorte und spezifischen
Anbaubedingungen des jeweiligen
Jahres an Bedeutung gewinnen
werde. Seiner Ansicht nach,
reichen die heute verfügbaren
Sorten gar nicht aus, um die
Märkte der Zukunft zu bedienen
(z.B. Energiepflanzen,
trockenresistente Pflanzen für
den Klimawandel etc.).
Abschließend appellierte er
daran, den Züchtungsfortschritt
nicht nur über den Ertrag zu
messen, sondern auch andere
Faktoren in die Betrachtung
einzubeziehen. Franz Beutel,
IG Pflanzenzucht, stellte klar,
dass nur etwa ein Viertel der
zugelassenen Weizensorten für
den Saatgutmarkt Relevanz
entfaltet - derzeit sind in
Deutschland 154 Weizensorten
zugelassen, jedoch nehmen 28
Sorten 80 % der
Vermehrungsfläche in Anspruch.
Dennoch hält er auch „kleinere“
Sorten für wichtig, da sie den
Landwirten eine breite Auswahl
unter den jeweiligen
betriebswirtschaftlichen
Bedingungen und Fruchtfolge etc.
ermöglichen. Mit einem klaren
„Ja“ beantwortete er die Frage,
ob trotz Sortenvielfalt eine
effiziente Vermarktung und
Saatgutproduktion möglich sind.
Die Saatgutwirtschaft müsse sich
den Anforderungen der Kunden
nach wettbewerbsstarken Sorten
stellen und ihre Prozesse
optimieren, um die Nachfrage
bedienen zu können.
Der zweite Tag des
Saatguthandelstages stand ganz
im Zeichen der Saatgutbeizung,
die seit dem Bienensterben in
2008 auf dem Prüfstand steht.
Verschiedene Vertreter der
Beizmittelindustrie, der
Zulassungsbehörden, der
Züchterschaft und des Handels
diskutierten die Frage „Quo
vadis Saatgutbeize?“ Die
Zulassungsbehörden haben
bekanntlich die Zulassungen für
einige bekannte Beizwirkstoffe
bis heute ruhen lassen und haben
parallel dazu die gesamte
Beizanwendung für Raps, Mais,
Zuckerrübe und Getreide auf den
Prüfstand gestellt. In einem
waren sich alle einig – die
Saatgutbeizung ist die
effizienteste Methode des
Pflanzenschutzes und als solche
erhaltenswert. Andererseits
sollten die Anwender und die
Umwelt vor möglichen Gefahren
bestmöglich geschützt werden.
Hier ist die gesamte
Saatgutbranche aufgerufen, den
Beizprozess nachzujustieren. Die
Industrie ist gefordert, neue
Haftmittel zu entwickeln, die
geringeren Abrieb bei der
Aussaat gewährleisten. Die
Gerätetechniker müssen an der
Optimierung der Anlagen
arbeiten, die Beizbetriebe an
der Prozessoptimierung und der
Beizqualität.
„Der Betonmischer auf dem Hof
kommt für das Beizen nicht mehr
in Frage“, so klar urteilte
Prof. Peter Zwerger vom
Julius-Kühn-Institut. Alle
Beizmittelwirkstoffe über alle
Kulturen stehen derzeit unter
starkem politischen Druck. Es
wird daher intensiv geforscht –
das Abriebverhalten der
einzelnen Kulturen getestet, die
Feinstaubverdriftung ebenso wie
die Auswirkungen der Wirkstoffe
auf Nichtzielorganismen
untersucht. Nach Ansicht von
Prof. Zwerger müsse
kontinuierlich an der
Verbesserung der Beizqualität
gearbeitet werden. Wie die
Auflagen an die Saatgutbeizung
künftig genau aussehen, stehe
derzeit noch nicht fest.
Grenzwerte seien in Diskussion,
ebenso werden die Verfahren der
Beizung in allen Schritten
kritisch durchleuchtet.
In der anschließenden
Podiumsdiskussion wurden
mögliche Lösungsansätze
diskutiert – wie z.B. eine
Zertifizierung der Beizstellen
oder die Abgabe von Beizmittel
ausschließlich an professionelle
Anwender. Es hat sich gezeigt,
dass die Saatgutbranche
aufgerufen ist, gemeinsam an
einer Lösung zu arbeiten. Es
gilt die Beizung als vorzügliche
Methode des Pflanzenschutzes zu
erhalten. |