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11. Saatguthandelstag 12./13. Mai 2009, Warberg

 

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Sponsoren und Aussteller

 

Der Saatguthandelstag 2009 wurde von den nachstehenden 7 Firmen unterstützt:

 
 

 

Folgende 14 Firmen haben am Saatguthandelstag 2009 ausgestellt:

 
| DLF-Trifolium Deutschland GmbH | Feldsaaten Freudenberger GmbH & Co. KG |
| SW Seed GmbH | Drello Ing. Paul Drewell GmbH + Co. KG | BASF SE |
| Bayer CropScience Deutschland GmbH | Feinchemie Schwebda GmbH |
| Syngenta Agro GmbH | CIMBRIA Saat- und Getreidetechnik GmbH |
| PETKUS Technologie GmbH | Westrup A/S |
| Gerd Justus Maschinen- und Anlagetechnik e.K. |
| Eurofins GeneScan GmbH | Landwehr Computer- und Software GmbH |

Liste der Aussteller

 

Programm

| Flyer |

 

Begrüßung und Eröffnung
Karlheinz Lichtschläger
Vorsitzender des Bundesverbandes der VO-Firmen e. V. (BVO), Bonn

Volatile Märkte – Auswirkungen auf den Konsum- und Getreidesaatgutmarkt (siehe unter Vorträge)
Jörg Hartmann
S.G.L. GmbH Saaten-Getreide-Landhandel, Erftstadt

Grüne Gentechnik – Spannungsfelder in der Politik? (siehe unter Vorträge)
Kerstin Mönch
Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V. (BDP), Bonn

Möglichkeiten der DNA-Analytik zur sicheren und reproduzierbaren Bestimmung von GVO in Saatgut vor dem Hintergrund von Schwellenwerten (siehe unter Vorträge)
Ulf Rathjens
Eurofins GeneScan GmbH, Hamburg

Züchtungsfortschritt und Sortenvielfalt – Ist eine effiziente Vermarktung und Saatgutproduktion unter diesen Voraussetzungen möglich? (siehe unter Vorträge)
Dirk Rentel
Bundessortenamt, Hannover
Dr. Andreas Jacobi
W. von Borries-Eckendorf GmbH & Co. KG, Leopoldshöhe
Franz Beutl
I.G. Pflanzenzucht, München

Der Markt für Feldsaaten 2009 (siehe unter Vorträge)
Hans-Peter Ruopp
Beiselen GmbH, Ulm

Seeds and Science, Neues aus der Züchtung
Holger Lürmann und Reinhold Peters
DLF-TRIFOLIUM Deutschland GmbH, Hannover

MS Mantelsaat für landwirtschaftliche Nutzung
Dr. Jürgen Bestajovsky
Feldsaaten Freudenberger GmbH & Co. KG, Krefeld

Seed Solutions – Verbundtechnologie für optimalen Saatschutz (siehe unter Vorträge)
Matthias Bauer
BASF SE, Limburgerhof

Verantwortungsvoller Umgang mit Beizmitteln von der Beizung bis zur Aussaat
Dr. Susanne Kretschmann
Bayer CropScience Deutschland GmbH, Langenfeld

Sicherheitsaspekte bei der Saatgutbehandlung
Dr. Torsten Block
Syngenta Agro GmbH, Maintal

Neue Anforderungen an die Saatgutbeize (siehe unter Vorträge)
Prof. Dr. Peter Zwerger
Julius-Kühnen-Institut, Braunschweig

Quo Vadis Saatgutbeize? (siehe unter Vorträge)
Dr. Hubert Sperfeld
SW Seed Hadmersleben GmbH, Hadmersleben
Albert Mollen
Syngenta Agro GmbH, Maintal
Horst Bremer
Altmarksaaten Stendal GmbH, Stendal

 

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Vorträge (Präsentationen)

 
Volatile Märkte – Auswirkungen auf den Konsum- und Getreidesaatgutmarkt
Jörg Hartmann – S.G.L. GmbH Saaten-Getreide-Landhandel, Erftstadt
   
Grüne Gentechnik – Spannungsfelder in der Politik?
Kerstin Mönch – Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V. (BDP), Bonn
   
Möglichkeiten der DNA-Analytik zur sicheren und reproduzierbaren Bestimmung von GVO in Saatgut vor dem Hintergrund von Schwellenwerten
Ulf Rathjens – Eurofins GeneScan GmbH, Hamburg
   
Züchtungsfortschritt und Sortenvielfalt – Ist eine effiziente Vermarktung und Saatgutproduktion unter diesen Voraussetzungen möglich?  
• Dirk Rentel – Bundessortenamt, Hannover
• Dr. Andreas Jacobi – W. von Borries-Eckendorf GmbH & Co. KG, Leopoldshöhe
• Franz Beutl – I.G. Pflanzenzucht, München
   
Der Markt für Feldsaaten 2009
Hans-Peter Ruopp – Beiselen GmbH, Ulm
   
Seed Solutions – Verbundtechnologie für optimalen Saatschutz
Matthias Bauer – BASF SE, Limburgerhof
   
Sicherheitsaspekte bei der Saatgutbehandlung
Ludwig Mittermeier – Syngenta Agro GmbH, Maintal
   
Neue Anforderungen an die Saatgutbeize
Prof. Dr. Peter Zwerger– Julius-Kühnen-Institut, Braunschweig
   
Quo Vadis Saatgutbeize?  
• Albert Mollen – Syngenta Agro GmbH, Maintal
• Horst Bremer – Altmarksaaten Stendal GmbH, Stendal
   

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Fotoimpressionen

 

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Tagungsergebnis

11. Saatguthandelstag erfolgreich verlaufen


Am 12. und 13. Mai 2009 fand auf Burg Warberg der traditionelle Saatguthandelstag statt. Der Treffpunkt der Saatgutbranche war auch in diesem Jahr mit 140 Teilnehmern wieder gut besucht. Veranstalter waren der Bundesverband der VO-Firmen e.V. (BVO) und die Bundeslehranstalt Burg Warberg.

Der BVO-Vorsitzende, Karlheinz Lichtschläger, zeigte in seiner Eröffnungsrede anschaulich auf, vor welchen Herausforderungen die Saatgutbranche aktuell steht: Die Volatilität der Märkte und ihre Auswirkungen auf den Konsum- und Getreidesaatgutmarkt, Fragen im Bereich Gentechnik und die Auswirkungen des Anbauverbots für MON810, Gewährleistung des Züchtungsfortschritts und Erhalt der Sortenvielfalt bei sich verändernden Rahmenbedingungen und neuen Anforderungen an das Saatgut sowie die politisch relevanten Fragen rund um das Thema der Saatgutbeizung.

Ein Schwerpunktthema des Saatguthandelstages war die Frage, ob angesichts der Forderungen nach Züchtungsfortschritt und Sortenvielfalt noch eine effiziente Vermarktung und Saatgutproduktion möglich sind. Die große Anzahl an zugelassenen Getreidesorten und die jedes Jahr zur Zulassung angemeldeten Sorten zeigen, welcher Zuchtfortschritt noch immer erzielt wird. Denn nur Sorten, die eine Verbesserung gegenüber existierenden Sorten aufweisen, werden zugelassen, erklärte Dirk Rentel vom Bundessortenamt während des Saatguthandelstages. Die vielfältigen unterschiedlichen Anbaubedingungen innerhalb Deutschlands machten auch die Vielfalt notwendig, betonte er. Anschaulich verdeutlichte Rentel auch, wie hart das Ausleseverfahren für die Zulassung einer neuen Sorte ist. So werden seinen Angaben zufolge von 100 in der Wertprüfung befindlichen Weizensorten nach drei Prüfjahren nur 10 Sorten zugelassen und eine Empfehlung erhalten etwas 5 Sorten. Für Arten mit einer nur geringen Bedeutung und einer kleinen Anbaufläche fürchtet er allerdings einen Teufelskreis – so lasse sich schon heute die Züchtung z.B. für Hafer oder Leguminosen aus dem geringen Saatgutverkauf nicht finanzieren. Zu geringe Verkaufserlöse minimieren wiederum den Züchtungsfortschritt – was seinerseits den Anbau weniger attraktiv mache, so Rentel. Dr. Andreas Jacobi, W. von Borries-Eckendorf GmbH & Co. KG, machte in seinem Vortrag klar, dass Sortenvielfalt die Voraussetzung für Züchtungsfortschritt ist. Nur durch ein breites Sortenspektrum könne eine optimale regionale Differenzierung und eine regionenangepasste Anbauempfehlung erarbeitet werden. Er betonte, dass zukünftig die Interaktion zwischen Sorte und spezifischen Anbaubedingungen des jeweiligen Jahres an Bedeutung gewinnen werde. Seiner Ansicht nach, reichen die heute verfügbaren Sorten gar nicht aus, um die Märkte der Zukunft zu bedienen (z.B. Energiepflanzen, trockenresistente Pflanzen für den Klimawandel etc.). Abschließend appellierte er daran, den Züchtungsfortschritt nicht nur über den Ertrag zu messen, sondern auch andere Faktoren in die Betrachtung einzubeziehen. Franz Beutel, IG Pflanzenzucht, stellte klar, dass nur etwa ein Viertel der zugelassenen Weizensorten für den Saatgutmarkt Relevanz entfaltet - derzeit sind in Deutschland 154 Weizensorten zugelassen, jedoch nehmen 28 Sorten 80 % der Vermehrungsfläche in Anspruch. Dennoch hält er auch „kleinere“ Sorten für wichtig, da sie den Landwirten eine breite Auswahl unter den jeweiligen betriebswirtschaftlichen Bedingungen und Fruchtfolge etc. ermöglichen. Mit einem klaren „Ja“ beantwortete er die Frage, ob trotz Sortenvielfalt eine effiziente Vermarktung und Saatgutproduktion möglich sind. Die Saatgutwirtschaft müsse sich den Anforderungen der Kunden nach wettbewerbsstarken Sorten stellen und ihre Prozesse optimieren, um die Nachfrage bedienen zu können.

Der zweite Tag des Saatguthandelstages stand ganz im Zeichen der Saatgutbeizung, die seit dem Bienensterben in 2008 auf dem Prüfstand steht. Verschiedene Vertreter der Beizmittelindustrie, der Zulassungsbehörden, der Züchterschaft und des Handels diskutierten die Frage „Quo vadis Saatgutbeize?“ Die Zulassungsbehörden haben bekanntlich die Zulassungen für einige bekannte Beizwirkstoffe bis heute ruhen lassen und haben parallel dazu die gesamte Beizanwendung für Raps, Mais, Zuckerrübe und Getreide auf den Prüfstand gestellt. In einem waren sich alle einig – die Saatgutbeizung ist die effizienteste Methode des Pflanzenschutzes und als solche erhaltenswert. Andererseits sollten die Anwender und die Umwelt vor möglichen Gefahren bestmöglich geschützt werden. Hier ist die gesamte Saatgutbranche aufgerufen, den Beizprozess nachzujustieren. Die Industrie ist gefordert, neue Haftmittel zu entwickeln, die geringeren Abrieb bei der Aussaat gewährleisten. Die Gerätetechniker müssen an der Optimierung der Anlagen arbeiten, die Beizbetriebe an der Prozessoptimierung und der Beizqualität.

„Der Betonmischer auf dem Hof kommt für das Beizen nicht mehr in Frage“, so klar urteilte Prof. Peter Zwerger vom Julius-Kühn-Institut. Alle Beizmittelwirkstoffe über alle Kulturen stehen derzeit unter starkem politischen Druck. Es wird daher intensiv geforscht – das Abriebverhalten der einzelnen Kulturen getestet, die Feinstaubverdriftung ebenso wie die Auswirkungen der Wirkstoffe auf Nichtzielorganismen untersucht. Nach Ansicht von Prof. Zwerger müsse kontinuierlich an der Verbesserung der Beizqualität gearbeitet werden. Wie die Auflagen an die Saatgutbeizung künftig genau aussehen, stehe derzeit noch nicht fest. Grenzwerte seien in Diskussion, ebenso werden die Verfahren der Beizung in allen Schritten kritisch durchleuchtet.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden mögliche Lösungsansätze diskutiert – wie z.B. eine Zertifizierung der Beizstellen oder die Abgabe von Beizmittel ausschließlich an professionelle Anwender. Es hat sich gezeigt, dass die Saatgutbranche aufgerufen ist, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten. Es gilt die Beizung als vorzügliche Methode des Pflanzenschutzes zu erhalten.

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